I have survived. I am here. Confused, screwed up, but here.






Ich gehe nicht zur Arbeit, 
verdunkle mein Zimmer
 und verlasse nicht das Bett. 
Es ist so schwer den Unfall zu vergessen, 
wenn der Körper 
dir 
die Verletzungen 
jeden Tag aufzeigt.
 Ich entdecke immer mehr blaue Flecke 
und mit jedem neuen
 kommt die Erinnerungswelle auf mich zu 
und droht mich zu ersticken. 
Ich will niemanden sehen 
und mit niemanden mehr reden.
 Der Schmerz in meiner Brust
ist kaum auszuhalten 
und der Gedanke, 
dass der Unfall Verursacher 
wegen Körperverletzung angeklagt wird, 
macht es auch nicht besser. 
Überall wird nur noch von dem Unfall geredet. 
Schmerzensgeld hier, Schmerzensgeld da.
 Doch ich sage kein Wort 
und versuche die ganze Zeit 
meine Tränen zurück zu halten. 
 "Sieh nicht nach hinten, sieh nach vorn.", sagt mein Vater ständig. 
Aber dieser ganze Druck, 
der Schmerz, 
die Erinnerungen umhüllen mich,
sodass ich gar nicht anders kann
an als die grausamen Stunden
im Krankenhaus
und
an der Unfallstelle
zu denken.
 Mir fällt es schwer rauszugehen 
und vor allem im Auto mit zu fahren. 
Die Panik 
und die Angst
 ist ständig da. 
So viele Tavor Tabletten kann ich gar nicht schlucken um diese Panik zu töten. 




Ich habe niemanden so traurig gemacht, wie mich selbst






Die Schlampe 
nimmt mein Platz ein, 
wenn ich manche Sätze
oder Momente, 
voller ekeliger Nacktheit 
nicht ertrage.
 Sie nimmt das für mich hin.
Ich brauche sie gar nicht 
her bitten. 
Sie ist plötzlich da
 und 
erträgt 
das,
was ich nicht 
ertragen kann. 
Auch wenn ich sie oft
verfluche, 
weil sie Sätze schreibt 
oder Verhaltenweisen 
an den Tag legt, 
wo ich mich später
dafür schäme. 
Aber eigentlich 
müsste 
ich 
mich 
bei 
ihr 
bedanken, 
da sie alles für mich 
in Kauf nimmt. 
Und wenn ich mal wieder 
völlig aufgelöst bin, 
weil dunkle Erinnerungen, 
wo ich den Wölfen 
ausgeliefert bin, 
mich plagen
nimmt sie mich in den Arm. 
Sie, das Kind und ich 
müssen zusammen halten, 
selbst 
wenn wir innerlich 
 zerbrechen 
an der Schande, 
was sich mein Leben nennt. 





You're my favourite feeling






Seit meinem Unfall 
begleitest du mich 
immer zu nachhause,
egal wie müde du auch 
sein magst. 
Du scheinst 
mehr Angst 
um mich gehabt 
zu haben, 
als gedacht. 
Und das tut mir leid. 
Ich wollte nicht, 
dass du dir 
so starke Sorgen 
um mich machst.
 Aber es fühlt 
sich 
trotzdem
gut 
an
mit dir 
durch 
die Nacht
zu laufen. 
In meiner Hand
einen Joint, 
in deiner Hand 
ein Bier. 
Mein Lache halt 
durch die Straßen 
und ich merke 
mal wieder
wie viel Glück 
ich
mit dir 
habe. 
Ich habe noch nie 
so viel schöne Zeit 
mit einem Kerl 
verbracht.
"Wir verbringen jetzt schon ein Jahr miteinander, 
schräg wie die Zeit vergeht."
Ein Jahr voller warmen Momente. 
Am Anfang 
verbrachten 
wir unsere gemeinsame Zeit
ständig auf dem Spielplatz. 
Dort haben wir uns 
neu kennengelernt. 
Dort habe ich gemerkt,
dass es wirklich Kerle gibt, 
die stundenlang mit mir reden wollen, 
anstatt mich anzufassen. 
Du hast mich wie ein Mensch
und nicht 
wie ein Objekt 
behandelt.
Erst nachdem wir uns schon Monate
getroffen haben, 
hast du ganz schüchtern 
die Nähe 
zu mir 
gesucht.
Deine schüchterne Seite
an dir
hat mein Herz 
zu leuchten gebracht.
Ich war stetig an deiner Seite, 
wenn es dir wegen deiner Ex
so schlecht ging
und schenkte 
dir so viel Leichtigkeit,
die ich in meinen Herzen 
für besondere Momente
versteckt hatte.
 Ich weiß noch wie wir
auf der Halloween Party
deiner Ex Freundin
zusammen waren
und wir vollkommen benommen
dort aufgetaucht sind.
Dort habe ich das erste Mal deine Nähe
gesucht. 
Es war ein völlig schräger Abend,
aber mit dir an meiner Seite
habe ich mich so gut gefühlt,
wie schon lange nicht mehr.
"Dich anzuschreiben war die beste Entscheidung,
die ich je treffen konnte.",
sagtest du mir mal. 
Ich will mir gar nicht vorstellen, 
wie es wohl wäre,
wenn du mir nicht geschrieben hättest. 
Dann hätte es all die betrunkene 
und bekiffte Nächte, 
wo ich das Gefühl hatte
das du mich wirklich magst,
nicht gegeben. 
Dann hättest du nie den ersten Schritt
gewagt
und mich geküsst. 
Das gäbe es jetzt kein 
kleines wir.
Das alles geht mir durch den Kopf,
bis du mich plötzlich küsst.
Autos fuhren an uns vorbei,
doch trotzdem hälst du mich
fest im Arm. 
Ich nehme deine Hand 
und begleite dich doch noch 
ein Stück nachhause. 
Als wir uns dann wirklich verabschieden 
flüsterst du mir noch zu:
"Bitte N. pass auf. 
Ich habe mich ganz schön 
erschrocken, 
als du mir das von den Unfall erzählt hast. 
Bitte tu mir das nicht noch mal an."
Als ich mich umdrehte 
und den Weg wieder zurück 
zu mir nachhause
 lief,
drehte ich mich die ganze Zeit um.
Mit der Zeit realisiere ich 
immer deutlicher, 
dass ich sowas 
nicht wieder finden werde
und ich das auf keinen Fall 
gegen die Wand fahren möchte. 
Auch wenn es kitschig klingt, 
ich habe hier nur dich. 
Ich möchte so lange 
bei dir bleiben, 
bis du mich fort wagst.
Ich hoffe das dauert noch eine Weile.



 




I’m alive but please don’t ask me if it feels good







Ich fühle mich wie ein kleines Kind. 
Ich laufe die ganze Zeit mit meinem neuen Kuschelelefant, 
die Nixe heißt,
 durch die Wohnung.
 Ich traue mich nicht die Kita anzurufen, 
weil ich eh weiß 
das ich dort wieder 
eine Absage bekommen werde. 
Ich will mich nur noch verkriechen. 
Mein Körper schenkt mir heute nichts als Unruhe. 
Mir ist den ganzen Tag schlecht 
und nach dem Sport
 wird mir gleich schwindelig. 
Das macht mir wieder Angst.
 Aber noch mehr Angst habe ich 
vor jedem weiteren Tag, 
wo nichts passiert
 und ich nichts richtig leiste. 
Ich bin wieder 5 Jahre alt
 und will nichts anderes außer
 eine Kuscheldecke,
ganz viele Kuscheltiere im Arm halten, 
eine warme Milch mit Honig trinken
 und eine vertraute Person, 
die neben mir sitzt 
und mit der ich
 so gut schweigen wie reden kann. 
Was ist das nur für ein Tag. 
Wenn das kleine Kind weiterhin die Zügel übernimmt
 kann ich mich in der Kita
 nicht als Erzieherin
  sondern für ein Kitaplatz in der Ü3 als Kind bewerben. 





I would rather die, than suffer feeling like this for any longer





 

Es ist Ewigkeiten her, dass ich jemals das Gefühl hatte liebenswert zu sein. Und dieses Gefühl fehlt mir. Ich fühle mich seit Jahren wie der grässlichste der Mensch auf der Erde. Und ich frage mich ständig, wie manche Menschen mich mögen können und sogar mit mir Zeit verbringen wollen. Ich schleppe ständig die Dunkelheit mit mir rum, trinke und rauche zu viel, meine Stimmung ist so beständig wie das Wetter und sage viel zu oft die falschen Sachen. Mich sieht man nicht essen, nur Massen Alkohol trinken. Ich kann nicht in dem Spiegel sehen ohne mich zu verfluchen und die Nähe von Menschen fühlt sich bedrohlich an. In dunklen Nächten weine ich so sehr, dass ich das Gefühl habe zu ersticken. Ich fühle mich wie ein kleines Kind, doch ich kann nicht wie früher jahrelang im Bett von meinem Eltern schlafen, weil meine Angstzustände nachts wenn ich alleine war, noch stärker wurden. Früher konnte ich das alles nicht benennen. Früher wusste ich nicht was mein Kindheitswolf mit mir alles machte. Früher wusste ich nicht das ich sofort weg rennen sollte, wenn er mir die Augen verband. Früher wusste ich nicht das es bedrohlich wird, wenn wir alleine im Zimmer sind. Ich war ein Kind, was noch nicht wusste wie gefährlich dieser Mensch war. Und jetzt wo ich es weiß macht es das alles nicht besser. Dieses Trauma macht mich zu einem kleinen Kind. Ich fühle mich ständig hilflos, ohne Macht und ohne Stimme. Ich ordne mich den Menschen, die ich liebe, unter und versuche nicht zu weinen, wenn sie mich ausziehen. Ich versuche erwachsen bei dem Thema Nähe zu wirken doch ich höre ständig mein kleines Kind in mir weinen. Ich komme einfach nicht darüber hinweg das ich in meinem Leben so viele Wölfe treffen musste, die mein inneres noch dunkler gemacht haben.
Wenn ich auf mein Leben hin weg gucke, sehe ich nur wie ich den Schmerz ständig verschwiegen, betäubt und verdrängt habe. All die Selbstmordversuche und ich stehe immer noch hier. All die Momente, wo ich mich herunter gehungert habe und ich atme noch. Mein Körper ist robuster als mein Geist. Ich wünschte es wäre umgekehrt. 







Wo sind all die guten Jahre hin? Ich weiß, ich hab sie weggeworfen. Sie kommen nie zurück.






Ich kann es selber nicht fassen, 
als ich aufwache. 
Schon wieder habe ich von dir geträumt.
Du verfolgst mich 
sogar 
in meinen Träumen. 
Den ganzen Tag 
über 
holt 
mich 
dieser 
Traum 
ein. 
Ich würde dir gerne 
so viel erzählen. 
Ich würde 
dir 
erzählen, 
dass ich heute
eine neue Jacke
von American Horror Story
bekommen habe, 
wo auf den Rücken
"Normal people scare me"
drauf steht. 
Genauso wie auf deiner schwarzen Jacke
Ich weiß noch genau
wie wie wir beide 
unsere Jacken
selber gestaltet haben. 
Es kommt mir vor, 
als wäre diese Zeit 
in einem anderen Leben passiert.
Seitdem ist so viel passiert.
So vieles was ich leider nicht 
ungeschehen machen kann.
Oder ich würde dir erzählen,
dass mein Zimmer ohne unsere Bilder
leer aussieht.
Die ganzen neuen Poster
sollen nur die leere Stellen überdenken,
wo früher unsere schönste Bilder hangen.
Oder ich würde dir erzählen,
dass ich ständig auf den Fuchs liege,
den mir geschenkt hast,
wenn ich mir Serien angucke
oder ich ihn
zu meiner Therapeutin mit nahm,
nachdem wir uns getrennt hatten.
Doch eigentlich weiß ich,
dass dich das alles nicht interessiert.
Warum auch?
Das alles ist für dich nicht mehr relevant.
Ich warte nur auf diesen Moment,
bis wir miteiander reden können, 
ohne das es 
einer von uns beiden schmerzt.
Ich hoffe dieser Moment
wird irgendwann kommen.
Denn nichts vermisse ich mehr,
als mit dir stundenlang zu reden.
Ich kann dich einfach nicht vergessen.
Menschen, 
die früher deine Heimat waren, 
vergisst man wohl nie. 
Und mit jeder kleinsten Erinnerung 
 von uns beiden 
höre ich mein Herz schreien.
Ich hoffe dir geht es gut, 
da wo du bist. 






Well I'm so tired of the rain falling softly on the ground. Just enough to get my feet wet but not enough to let me drown.





Plötzlich stehe ich wieder 
am Unfallort. 
Einmal nicht aufgepasst 
und mein Unterbewusstsein 
lengt
mich 
dahin. 
Ich tue das doch alles nur, 
um mich selbst zu verletzten. 
Als ich dort stehe 
spüre ich 
wie mein Handgelenk 
wieder mehr schmerzt.
Ich weiß,
dass kommt nur 
von Psyche
und ich weiß,
dass die Bilder
in meinem Kopf
nicht real sind 
und ich nicht wieder
von Kopf bis Fuß 
blute, 
doch ich bin wie erstarrt. 
Ich muss eine rauchen
sonst
raste 
ich 
aus. 
Ich muss hier weg.
Ich will hier nie wieder 
meine Zeit verbringen. 
Ich gehe extra einen anderen Weg,
weil dieser viel zu viele Bilder 
hoch hohlt. 
Ich sehe mich schreien, 
ich sehe mich weinen.
Warum können diese Bilder nicht verschwinden?
Mit leeren Augen laufe ich durch die Straßen. 
Als ich endlich zuhause angekommen bin,
greife ich nach der Flasche. 
Alles dreht sich. 
Ich will doch einfach nur Ruhe. 
Ruhe von den Gedanken,
die mich ganz klein machen.
Ruhe von diesen 
grausamen Bilder, 
die mich leiden lassen. 





Ich stehe betrunken vor dem Spiegel 
und lache mich selber aus.
Wie kann ich nur so dumm sein? 
Warum lüge und lüge ich? 
Doch ich werde immer so emotional,
wenn ich alleine trinke.
Eigentlich sollte ich mir nach dieser Sprachnachricht 
nicht mehr in die Auge gucken können,
doch ich stehe weiterhin vor dem Spiegel 
und lache. 
Ich lache so lange 
bis ich ein nächsten Schluck nehme. 
Der scheiß Alki in mir drin 
kann einfach nich aufhören zu trinken.